Okuläre Medikamentenabsorption beschreibt, wie und wie viel von einem in das Auge eingebrachten Arzneimittel tatsächlich in das Auge eindringt und dort wirkt. Wenn man Tropfen oder Salben aufträgt, müssen die Wirkstoffe zunächst den Tränenfilm, die Hornhaut oder die Bindehaut überwinden, um in das Gewebe oder den Augeninnenraum zu gelangen. Es gibt mehrere Barrieren: die rasche Tränenproduktion und der Abfluss verringern die Verweildauer, die Hornhaut ist eine dichte Schicht, und außerdem verhindern körpereigene Blut-Augen-Schranken, dass Substanzen leicht eindringen. Deshalb hängen Wirkung und Dauer eines Mittels von seiner chemischen Beschaffenheit, der Formulierung (z. B. Tropfen, Gel, Salbe) und der Anwendungstechnik ab. Gute Absorption bedeutet, dass genug Wirkstoff am richtigen Ort bleibt, um zu wirken, während schlechte Absorption zu häufigeren Anwendungen oder zu alternativen Verabreichungswegen wie Injektionen führen kann. Gleichzeitig kann ein Teil des Arzneimittels über die Nase ins Blut gelangen und dort unerwünschte Wirkungen verursachen, weshalb Maßnahmen zur Verringerung dieses Abflusses sinnvoll sind. Das Verständnis der okulären Aufnahme hilft zu erklären, warum manche Medikamente lokal sehr wirksam sind und andere systemische Nebenwirkungen verursachen. Für Patienten ist wichtig zu wissen, dass Technik, Formulierung und Häufigkeit der Anwendung die Aufnahme und damit den Behandlungserfolg stark beeinflussen.